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Streit und Verzweiflung sind auch in glücklichen Beziehungen nicht immer abwesend

Das Glück einer Beziehung ist also nicht nur von Harmonie und Liebesgefühlen geprägt, sondern auch von der Fähigkeit, Schwierigkeiten auszutragen.

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Paarcoaching

Warum heißt das eigentlich "Paarcoaching"? Warum nicht "Paartherapie" oder "Eheberatung"? Der Begriff "Therapie" wird mit "Krankheit" oder "Störung" in Verbindung gebracht. In der Regel sind die Menschen oder Beziehungen, die an Beratungsprozessen teilnehmen, nicht krank oder gestört, sondern suchen Lösungen für ihre Beziehungsfragen. Mit dem Begriff "Therapie" ist häufig die Vorstellung verbunden, dass etwas Krankes wieder gesund gemacht werden soll. Das Paarcoaching ist gleichermaßen für Paare geeignet, die sich vielleicht trennen wollen, die aber den Weg zu einer guten und stressfreien Trennung nicht alleine finden. Der Coach ist der Begleiter auf all diesen Wegen (siehe Kasten). Der Begriff "Eheberatung" fand in einer Zeit Verwendung, in der Menschen nur als Ehepaare zusammenlebten. Der Begriff Paarberatung "funktioniert" auch für Ehepaare.

Der Coach als Reisebegleiter


Wohlhabende englische Studenten leisteten sich im 19. Jahrhundert private Tutoren. Ein Tutor wurde umgangssprachlich als "Coach" bezeichnet. Die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs "Coach" ist "Kutsche". Später wurde der Begriff mit "Kutscher" in Verbindung gebracht. Der Kutscher weiß, wo die Steine liegen, welche Abhänge es mit Vorsicht zu genießen gilt. Er ist der Reisebegleiter, der dafür sorgt, dass die Fahrgäste in einer sicheren und behaglichen Umgebung ans Ziel kommen.

Aber der Kutscher bestimmt nicht den Weg und das Ziel. Das fällt in den Zuständigkeitsbereich der Fahrgäste. Es gibt Fahrgäste, die sich nicht einfach nur "kutschieren" lassen wollen. Sie interessieren sich dafür, wie eine Kutsche funktioniert, was der Kutscher tut und wie es um die Beschaffenheit der Wege steht. Das ist vor allem für die Fahrgäste wichtig und interessant, die der Sache nicht so ganz trauen. Sie fühlen sich sicherer und weniger "ausgeliefert", wenn sie wissen, was da vor sich geht.

Souveräne Kutscher fühlen sich dadurch nicht in ihrer Kompetenz bedroht. Sie sind nicht nur gute Kutscher, sondern auch gute Grundlagenerklärer. Sie freuen sich über interessierte Fahrgäste. Und dann gibt es sogar Fahrgäste, die am Ende selbst die Zügel in die Hand nehmen und zu "Kutsch-Experten" werden. Sie kutschieren sich selbst.

Es kommt vor, dass Menschen in einer Beziehung psychisch erkranken oder sehr belastet sind. Depressive Symptome, Ängste und psychosomatische Beschwerden können die Folgen sein. Die beschriebenen Symptome könnten Zeichen eines leidvolles Beziehungsmusters sein. Für diesen Fall finden Sie in der Beziehungswirkstatt kompetente Hilfe. Es kommt vor, dass Menschen in einer Beziehung (auch während eines Beratungsprozesses) in Krisen geraten. Auch in solchen Fällen sind Sie in der Beziehungswirkstatt gut aufgehoben.

In der Regel suchen gegengeschlechtliche und gleichgeschlechtliche Paare Beratung auf, weil bestimmte Themen oder Gefühle zu Schwierigkeiten geführt haben.

Eine (kleine) Auswahl der Themen, die für Paare zur Belastungsprobe werden können:

  • Nähe-/Distanz
  • Dominanz
  • Sex
  • Eifersucht
  • Affaire
  • Altersunterschied
  • Patchwork
  • Verschiedene Lebensvorstellungen
  • Veränderungskrisen (Älterwerden, Wechseljahre, Kinder ziehen aus etc.)
  • Geld
  • Streit um nichts
  • Kindererziehung
  • Zeitmanagement
  • Tabus

Was geschieht im Paarcoaching?

Der Beratungsprozess beginnt mit der sogenannten Auftrags- und Zielklärung. Der Paarcoach möchte wissen, womit er seinen Gesprächspartner*innen (Coachee/s) hilfreich sein kann. Wenn möglich, werden bereits früh mögliche Ziele ins Spiel gebracht, damit Coach und Coachee(s) wissen, wohin die Reise gehen soll.

Die Auftrags- und Zielklärung führt nicht immer punktgenau auf den Weg, der im ersten Gespräch angesteuert wird. Es wäre nicht im Sinne der systemischen Beratung, vorher festzulegen, was später sein wird und soll. Auftrags- und Zielklärung haben in erster Linie den Sinn, Anfangspunkte zu setzen, die eine erste Orientierung ermöglichen. Was dann geschieht, zeigt sich während des Beratungsprozesses. Ein geflügeltes Wort der systemischen Beratung lautet: "Der Weg entsteht beim Gehen."

Die Art der Auftragsklärung hängt im Wesentlichen davon ab, mit welchen Wünschen und Voraussetzungen die Coachees in die Beratung kommen. Der Paarcoach fragt sich zum Beispiel, ob "seine" Coachees selbst schon Lösungsmöglichkeiten im Blick haben, ob sie vielleicht auf Empfehlung kommen usw.

Systemische Sitzungen werden oft als weich und inhaltlich beliebig beschrieben. Das stimmt aber keineswegs. Vielmehr sind sie klar strukturiert, der Coach arbeitet lösungs- und zielorientiert.

Systemische Berater*innen verfügen über eine Vielzahl von Techniken und Methoden. Sie alle haben zum Ziel, mit den Paaren neue Wirklichkeitsräume zu öffnen. Manche der Techniken sind auf den ersten Blick ungewöhnlich und vielleicht sogar befremdlich, auf den zweiten Blick offenbaren sich die Veränderungschancen.


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