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Viele Paarprobleme bewegen sich zwischen Hoffnung und Absturz.

Wir beschreiben solche Teufelskreise als "Beziehungsmuster". Beziehungsmuster sind automatisierte, sich selbst erhaltende Phänomene.

Fischer

Frau und Herr Fischer, sie 44 J., Buchhändlerin, er 48 J., Justitiar. Frau und Herr Fischer lernten sich kennen, als sie 19 und er 23 waren. Sie verliebten sich rasch ineinander (seit 25 Jahren zusammen) und heirateten zwei Jahre später. In den ersten vier Jahren kamen zwei Kinder zur Welt, das erste Kind (Tochter) ist heute 22 und studiert in Münster, das zweit Kind (Sohn) ist heute 19, hat das Abitur gemacht und ist zur Zeit Zivildienstleistender. Vor fünf Jahren kam es erneut zur Schwangerschaft. Frau Fischer hatte die Pille vergessen. Er wirft ihr vor, die Pille "absichtlich" vergessen zu haben, zuvor hatte sie immer mal wieder davon gesprochen, dass sie gerne noch ein Kind hätte, aus Rücksicht auf ihren Mann jedoch weiterhin verhütet.

Bereits während der Schwangerschaft kam es zu Beziehungskrisen. Herr Fischer fühlte sich betrogen und hinters Licht geführt. Er drückte seine Enttäuschung lautstark aus. In einer heftigen Auseinandersetzung, in der sie ihn angeschrien und beleidigt hatte, hat er sie gegen den Küchenschrank gedrückt und ihr eine Ohrfeige gegeben. Sie bekam danach heftige Ohrenschmerzen und musste am Tag darauf wegen eines geplatzten Trommelfells zum Ohrenarzt. Die Genesung nahm Wochen in Anspruch. Frau Fischer meint, dass er sich für die Körperverletzung zu entschuldigen hätte, Herr Fischer meint, dass es sich um eine Art Notwehr gehandelt hätte und dass die Konten immer noch unausgeglichen wären, und zwar zu seinen Lasten.

Der Sex hatte bei den Fischers immer eine große Rolle gespielt. Beide hatten sich gerne aufeinander eingelassen, mindesten dreimal die Woche waren sie zusammen gekommen. Er hatte in ihr seine "erotische Traumfrau" gesehen, für sie war er der Mann gewesen, der sich männlich und auch zärtlich zeigen konnte. Heute findet der Sex nicht mehr statt, weil Herr Fischer keine Lust mehr hat. Er hat ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten entwickelt. Das Thema Sex ist zum Tabuthema geworden.

Das Kind wird zwar von beiden sehr geliebt, aber der "vorsätzliche Betrug", die Enttäuschung, die Ohrfeige und nicht ausgesprochene Entschuldigungen stehen weiterhin im Raum. Die Stimmung schwankt zwischen Aggression und Depression.

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