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Viele Paarprobleme bewegen sich zwischen Hoffnung und Absturz.

Wir beschreiben solche Teufelskreise als "Beziehungsmuster". Beziehungsmuster sind automatisierte, sich selbst erhaltende Phänomene.

Bettina und Christian

Bettina (Diplompädagogin, 39 J.) und Christian Krause (Jurist, 43 J.) sind seit 15 Jahren verheiratet, sie haben einen Sohn (Gerald, 13 J.)

Am Anfang war die Beziehung harmonisch, beide waren glücklich. Die Schwangerschaft war kompliziert gewesen, Bettina musste mehrmals mit Blutungen ins Krankenhaus. Die geplante Hausgeburt scheiterte, Gerald wurde im Krankenhaus geboren. Bettina geriet nach der Geburt in eine "Wochenbettdepression", die Belastungen für Christian waren enorm.

Nach der Überwindung der Depression hielt sich eine Grundstimmung der Niedergeschlagenheit und Gereiztheit. Bettina warf und wirft Christian oft vor, dass er sich nicht genug um sie und das Kind kümmer(t)e.

Tatsächlich ist Christian beruflich sehr angespannt. Er war früher politisch aktiv und arbeitet heute als Rechtsanwalt in eigener Kanzlei. Oft kommt er erschöpft nach Hause und hat dann "keinen Nerv" für die Probleme seiner Frau. An den Wochenenden klagt sie ihm oft ihr Leid, er hört dann anfangs zwar zu und versucht sie zu trösten, aber nach einer Weile wird es ihm zu viel und er wendet sich anderen Dingen zu.

Sohn Gerald ist schlecht in der Schule (Gymnasium). Bettina möchte, dass er zur Realschule wechselt. Christian will unbedingt, dass er am Gymnasium bleibt. Er befürchtet Prestigeverlust. Außerdem möchte er, dass Gerald Jura studiert, damit er mal die Kanzlei übernehmen kann. Es kommt deshalb zu offenen und heftigen Auseinandersetzungen, meist in Gegenwart des Sohnes.

Seit mehreren Jahren ist Sohn Gerald der Tröster seiner Mutter. Gemeinsam besprechen sie hin und wieder, wie sie die Veränderung des Vaters bewirken könnten. Christian bemängelt das offen. Gelegentlich nimmt Christian seinen Sohn beiseite um ihn über die psychischen Probleme seiner Mutter "aufzuklären". Das hält sie für übergriffig und sie kritisiert auch ihren Sohn für diese Illoyalität.

In einem Punkt sind Bettina und Christian sich einig: Alles soll transparent sein, der Sohn soll nicht das Gefühl haben, es gebe Tabus in der Familie.

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