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Viele Paarprobleme bewegen sich zwischen Hoffnung und Absturz.

Wir beschreiben solche Teufelskreise als "Beziehungsmuster". Beziehungsmuster sind automatisierte, sich selbst erhaltende Phänomene.

Die Texte und Theorien sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur für den privaten Gebrauch verwendet werden. Zu Risiken oder Nebenwirkungen lesen Sie die »Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Beziehungsmanagement

Was ist der Unterschied zwischen Paarcoaching und Beziehungsmanagement?

Im Paarcoaching geht es in erster Linie um die aktuellen Fragen, die "jetzt" gerade wichtig sind. Paarcoaching beginnt mit dem Beschreiben der Anliegen und der gemeinsamen "Suche" nach Lösungen. Der Paarcoach möchte wissen, womit er seinen Gesprächspartner*innen (Coachee/s) hilfreich sein kann. Wenn möglich, werden bereits früh mögliche Ziele ins Spiel gebracht, damit Coach und Coachee(s) wissen, wohin die Reise gehen soll.

Das Beziehungsmanagement ist eine Art Training zur Irritation des "eingefahrenen" bzw. automatisierten Beziehungsmusters (s.u.). Im Beziehungsmanagement richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Kommunikation bzw. den Konflikt, nicht auf das "Fehlverhalten" des Partners bzw. der Partnerin. Die". Beziehungsmanagement bedeutet, dass beide im Team neue Strukturen bzw. Muster begünstigen.

Beziehungsmuster

Beziehungsmuster sind an sich eine nützliche „Erfindung“. Sie sorgen dafür, dass man das Rad nicht immer wieder neu erfinden muss, sondern auf gewohnte Kommunikationsstrukturen zurückgreifen kann. Der "Zugriff" auf die gewohnten Strukturen findet überwiegend unwillkürlich statt. Das erklärt, warum Beziehungen so lange "halten", obwohl die Beteiligten leiden und unzufrieden sind. Natürlich gibt es auch Kommunikationsroutinen, die von Glück und Liebe beseelt sind. Jedoch provozieren sie keine Veränderungsimpulse. In Konflikt- und Problemkommunikationen können sich Beziehungsmuster außerordentlich leidvoll auswirken. Als würde es mit dem Teufel zugehen, halten sich Konflikt- und Leidstrukturen wie von selbst aufrecht.

Gibt es gestörte oder kranke Beziehungsmuster?

Beziehungsmuster werden bisweilen als "Beziehungsverstrickung" beschrieben. Die davon Betroffenen als "Co-Abhängige". Bei diesen Begriffen denkt man automatisch an "Störung" oder "Krankheit". Beziehungsverstrickungen werden als gestörte Beziehungen angesehen. Co-Abhängige als krank oder eben auch gestört. Die Theorie von den Beziehungsmustern ist frei von negativen Bewertungen. Negative Bewertungen erschweren Veränderungen erheblich. Beziehungsmuster entwickeln sich einfach. Die Entstehung von Beziehungsmustern lassen sich mit der Evolutionstheorie erklären.

Wie "funktionieren" Beziehungsmuster?

Das wesentliche Merkmal von Beziehungsmustern liegt in der Wiederholung von Kommunikationen. In Beziehungen, die von Glück und Liebe beseelt sind, kommt es zu erfüllenden Ritualen, zum Beispiel zum "Gebrauch" von Kosenamen. Die Rituale wollen wir hier "Muster-Medien" nennen. In der Regel werden diese Medien unwillkürlich genutzt. Man sagt einfach wie von selbst "Schatz", "Bärle", "Blume des Südens" etc. Man überlegt nicht: Soll ich jetzt mal "Schatz" sagen? Die Muster-Medien vermitteln Sicherheit.

Nicht nur in Beziehungen, die von Glück und Liebe beseelt sind, kommt es zur Musterbildung, sondern grundsätzlich in allen Beziehungen. Auch in Beziehungen, die zu (großen) Teilen als leidvoll erlebt werden. In Ihnen kommt es zu offenen (heißen) oder verdeckten (kalten) Konflikten. Die Inhalte oder Themen, um die es geht, können immer wieder auftreten bzw. hervorgeholt werden. Die Themen können aber auch immer wieder andere sein. Die Art und Weise, wie die Themen kommuniziert werden, ist grundsätzlich ähnlich, sowohl bei den Themen, die immer wieder vorkommen, als auch bei denen, die austauschbar sind.

Woran erkennt man Beziehungsmuster?

Nicht alle der unten aufgeführten "Symptome" müssen vorhanden sein, wenn ein Konfliktmuster vorliegt.

  • Es haben sich mehrere Konfliktthemen entwickelt, die immer wiederkommen und immer gleich oder ähnlich ausgetragen werden.
  • Es gibt wechselnde Konfliktthemen, die auf ähnliche Weise ausgetragen werden.
  • Gelegentlich oder häufig kommt es zu längeren Streit-Episoden, die sich verselbstständigen. Manchmal kennt man am Ende des Streites den Auslöser nicht mehr genau.
  • Es gibt Tabuthemen
  • Es kommt zu leidvollen Gefühlen von Ohnmacht und Ausweglosigkeit
  • Ambivalente und paradoxe Gefühle sind präsent: "Nicht mit dir und nicht ohne dich"
  • Nicht selten kommt es zu körperlichen und psychischen Symptomen

  Beispiele für Beziehungsmuster

Gibt es Voraussetzungen für die Teilnahme?

Eindeutig: Ja, die gibt es. Die Teilnehmenden sollten bereit sein, sich auf ein Training einzulassen. Die eigentlich Entwicklungsarbeit geschieht zwischen den Sitzungen, also zu Hause. Die Teilnehmenden sollen offen für ungewohnte Denkrichtungen und Übungen sein. Während Beziehungspartner*innen ind er Regel davon ausgehen, dass der/die jeweils Andere "schuld" ist, richtet sich das Training des Beziehungsmanagements auf die Art und Weise, wie kommuniziert wird. An der Kommunikation sind beide beteiligt.

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